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Blog: Mehr als 250 Tausend im Sand

In einer Firma wurden rund 250 Tausend Euro investiert, um eine tolle neue Softwareidee zu verwirklichen. Einerseits wurde vor lauter Begeisterung bei den Investitionen nicht so genau auf die sinnvolle und ausbaufähige Umsetzung geachtet. Andererseits gab es auch nicht wirklich jemanden, der dies hätte beurteilen können. Nach 9 Monaten wurde dann leider klar, dass notwendige Änderungen nicht mehr effektiv möglich waren. Es wurde eine komplett neue Version des Softwareproduktes aufgesetzt und man hatte diesmal Unterstützung von Spezialisten, welche auf zukünftige Erweiterbarkeit und solide Entwicklungsarbeit drängten.

Alles verlief gut, die Entwicklung war deutlich günstiger als zuvor und man war noch einmal mit einem “blauen Auge” davon gekommen. Da es nun wieder voran ging, war man der Meinung sich von den Spezialisten trennen zu können. Es wurden junge, engagierte Mitarbeiter gefunden, die Lohnkosten sanken und man war zuversichtlich. Nur der Blick auf den Quellcode des Softwareprodukts hätte dem Fachmann verraten, dass die geschaffenen Grundlagen für Erweiterbarkeit und Wartbarkeit des Projekts mehr und mehr verloren gingen.

Engagement und Zuversicht alleine reichen nicht. Es braucht auch einige Erfahrung und viel Disziplin, um gemachte Fehler nicht zu wiederholen.

Szenarien wie das oben beschriebene sind beileibe kein Einzelfall. Seien Sie sich dessen bewusst und handeln sie entsprechend.

Intro: Typische Situationen aus der Praxis

Seit langer Zeit beschäftigen wir uns mit Softwareentwicklung und den dahinter stehenden Konzepten und Strategien. Hier finden Sie an reale Erfahrungen angelehnte Abrisse von typischen Situationen im täglichen Umgang mit Softwareentwicklung. (Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir hier “keine Namen nennen” – wir wollen niemanden bloß stellen, sondern wiederkehrende Schwierigkeiten und Missverständnisse beschreiben.)

Beide Seiten werden hier berücksichtigt. Einerseits Auftraggeber, Kunden und Benutzer mit ihren Erwartungen gegenüber den Erstellern der Softwareprodukte. Andererseits aber ebenso die Entwickler und Mitarbeiter der Firmen oder Bereiche, welche mit der Entwicklung beschäftigt sind.

In keinem Fall wollen wir hier mit dem “Finger zeigen” oder “Schuld zuweisen”. Im Gegenteil, es geht viel mehr um gegenseitiges Verstehen. Nur so kann langfristig eine gute Zusammenarbeit erreicht werden. Und wer die Situation seines Gegenübers kennt, kann ihn besser unterstützen und seine Arbeit auf die Bedürfnisse des Empfängers abstimmen.

Denken Sie immer daran: Es sind Menschen, mit denen Sie arbeiten. Behandeln Sie sie so, wie sie von ihnen behandelt werden möchten.